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30.06.2020, 11:29 Uhr
Volkmar Vogel: Währungsunion war deutlich komplexer als Mehrwertsteuersenkung
„Als Starthilfe für die Konjunktur wird zum 1. Juli die Mehrwertsteuer gesenkt – auf den Tag genau 30 Jahre nach der Währungsunion. Die Einführung der D-Mark in den ostdeutschen Bundesländern war ein unvergleichlich komplizierteres Unterfangen, trotzdem hat sich damals niemand beschwert“, sagt Volkmar Vogel, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.
Volkmar Vogel wünscht sich in dieser Krise etwas mehr Mut und Zuversicht: „Wir haben schon ganz andere Hürden gemeistert. Die Währungsunion war sehr komplex, trotzdem gab es keine Klagen. Alle zogen an einem Strang. Ich kann mich gut erinnern, wie am 1. Juli in Münchenbernsdorf auf der damaligen Poststelle das „Westgeld“ ausgegeben wurde. Alles lief damals reibungslos. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen und zuversichtlich sein, dass wir auch die Mehrwertsteuersenkung in den Griff bekommen. Die Mehrwertsteuersenkung ist eine wichtige Starthilfe für die Wirtschaft.“

Der normale Mehrwertsteuersatz wird befristet vom 1. Juli bis Jahresende von 19 auf 16 Prozent und der ermäßigte von 7 auf 5 Prozent gesenkt. Auf breiter Front bereiten sich die Firmen auf die Änderung vor, um die Konsumlaune der Bürger wieder zu steigern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ermöglicht es dem Handel, die Senkung kostengünstig und unbürokratisch an die Kunden weiterzugeben. So können auch an der Kasse pauschale Rabatte gewährt werden, ohne die Preisauszeichnung über Nacht ändern zu müssen. Umso überraschender ist es, welch kritische Töne mitunter zu hören sind.