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21.12.2018, 09:25 Uhr
Kleine Bauvorlagenberechtigung für Meister: Bürokratie abbauen, Baukosten senken, Handwerk stärken
Laut Musterbauordnung sind Meister des Bauhandwerks nicht bauvorlagenberechtigt. Die Landesbauordnungen der westdeutschen Bundesländer sehen mit Ausnahme von Nordrhein Westfalen, Rheinland Pfalz und dem Saarland für sie eine „Kleine Bauvorlagenberechtigung“ vor. In den ostdeutschen Bauordnungen gibt es diese nicht. „Das ist eine Ungleichbehandlung der Handwerker in den neuen Ländern“, sagt Volkmar Vogel, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Ostthüringen.
Volkmar Vogel weiß: „Die Gebäudeplanung gehört bundesweit zur Meisterausbildung der Maurer, Betonbauer und Zimmerleute.“ Deshalb sei es auch nicht einzusehen, dass die Fachkräfte im Freistaat ihre Bauvorlagen von  einem Architekten oder Bauingenieur abzeichnen lassen müssen, während sie diese im benachbarten Bayern, Hessen, Niedersachsen selbst einreichen können. „Hier wünsche ich mir eine einheitliche Regelung“, so der Bauexperte.

Die Bauminister der Länder haben sich Ende Oktober in Kiel u.a. auf eine Harmonisierung ihrer Bauordnungen verständigt. Volkmar Vogel sagt: „In diesem Zusammenhang  sollte der Bund analog zu den Landesbauordnungen von beispielsweise Bayern, Hessen und Niedersachsen über eine eingeschränkte Bauvorlagenberechtigung für Handwerksmeister und Techniker nachdenken. Dies würde Bürokratie abbauen und Baukosten senken.“
Bereits jetzt sind die bauausführenden Handwerker bundesweit verpflichtet, Pläne von Architekten und Ingenieuren umfassend zu prüfen und eventuelle Fehler anzuzeigen. Sie stehen in der Mithaftung – auch wenn sie die Bauvorlagen nicht selbst erstellt bzw. eingereicht haben. Fachkenntnis wird ihnen somit unterstellt.

Indem Meistern des Bauhandwerks Bauanträge und Pläne für Wohngebäude mit wenigen Wohnungen und geringen Grundflächen selbst einreichen dürfen, wird ihre hohe Qualifikation auch gewürdigt. „Das würde das Handwerk auch für junge Leute interessant machen und so dem Fachkräftemangel entgegenwirken“, sagt Vogel. Der Bundespolitiker weiß: „Wie in ganz Deutschland finden auch in Thüringen viele Betriebe im Baugewerbe kaum noch genug Mitarbeiter.“